in Emden 
    
  Festungskommandant Axel von Bleßingh, 2013
Am 01. März 1945 wurde Emden zur Festung erklärt. Der Ober-befehlshaber des Marinekommandos Nordsee bat am 23. März 1945 um die Genehmigung von Sofortmaßnahmen, da die bedrohliche Lage im Raume der Ems eine starke Schwerpunktbildung erforderte. Es wurden in dem Fernschreiben u.a. der volle Kommandierungsschutz für alle bodenständigen Formationen im Bereich westlich der Weser für die Flak-Marine-Artillerie-Abteilungen und Festungsbataillone erbeten sowie die sofortige Kommandierung eines qualifizierten Offiziers als Festungskommandanten für Emden angefordert.
 
 

Statistische Angaben zur Kriegszerstörung der Stadt Emden, 2013
Auszug aus der Denkschrift zur Neuplanung der Stadt Emden von Dr. Peter Diedrichs, Stadtbaurat in Emden, Ende 1945. Seiten 7 und 8 werden hier wieder gegeben, aus den die Zerstörungen an Gebäuden abgelesen werden kann.
Bestandsplan der Stadt Emden von 1946, Kriegsschadenplan

 
 

Rede des Oberbürgermeisters Georg Frickenstein 1945 auf den Trümmern des Rathauses

Auf den Trümmern des zerstörten Emder Rathauses hielt der 1. Nachkriegsoberbürgermeister Georg Frickenstein am 10. Juni 1945 eine Rede, die mit den Sätzen begann: "Wenn ich zum ersten Male nach mehr als zwölf Jahren wieder zu meinen Emder Volksgenossen spreche, so darf ich als Motto an den Anfang meiner Ausführungen  das Wort herausstellen: "Ein anderer zog ich aus, ein anderer kehr ich wieder". Zwischen dem 20. und 30. Mai 1945 betrat Frickenstein, der von dem Militärgouverneur Newroth eingesetzt wurde, das provisorische Rathaus in der Emsschule, um eine neue demokratische Verwaltung und den Wiederaufbau der Stadt Emden einzuleiten. Die Rede schloss mit den Worten: "Gott gebe unserem Werk seinen Segen, daß neues Leben aus den Ruinen unserer lieben Heimatstadt Emden erblühen möge!"

 
   Die Ratsmitglieder der "ernannten Stadtvertretung" Emdens vom 7. Dezember 1945 (Fotografien) 
 Rede des Oberbürgermeisters Georg Frickenstein im Behelfs-Rathaus "Emsschule" vor dem neu gebildeten  Verwaltungsausschuss am 20. August 1945 
  Zusammensetzung der nach dem vorläufigen Ortsstatut zu bildenden Ausschusse der ernannten Stadtvertretung in Emden in der Sitzung vom 9. Januar 1946, Dietrich Janßen, Emden, 2007 
   Die Ratsmitglieder des ersten gewählten Rates der Stadt Emden von 1946 - 1948 (Fotografien). Wer besitzt noch Aufnahmen der nicht abgebildeten Ratsmitglieder? Bitte melden Sie sich bei uns über die eMail-Adresse: bunkeremden@aol.com . 
   "Ach, guten Tag Paula!" Wahlaufruf der SPD zur Komunalwahl 1946 mit Angaben der Wahlkandidaten 
  Liste der Ratsmitglieder der "ernannten Stadtvertretung" 1945 - 1946 und des ersten gewählten Rates der Stadt Emden 1946 - 1948, Dr. Rolf Uphoff, Stadtarchiv Emden, 2007 
 

Predigt des Pastors Gerhard Brunzema am 6. und 8. Mai 1945

Der Krieg war gerade erst einige Stunden vorbei, da hielt Pastor Brunzema eine Predigt im Hause der Familie Hinderks in der damaligen Neuen Straße (heute Friedrich-Ebert-Straße) und zwei Tage später in dem Barackenlager an der Geibelstraße. Diese Predigt gibt einen kleinen Einblick in die Schwere der damaligen Zeit wieder, als keine Glocken die Gläubigen zum Gebet rufen konnten. Die Stadt war eine Trümmerfeld. Am 8. Mai 1945 holte Pastor Brunzema seine Familie aus Coldeborg im Rheiderland wieder ab und sie fuhren mit Pferd und Wagen von Oldersum aus in die Stadt hinein, während die Engländer zur gleichen Zeit mit ihren Panzern in Emden einzgen.

 
 

Erlebnisse zum Kriegsende, bearbeitet von Marten Klose, Emden, 2005

Einer der Berichte beginnt mit: Als ich ein andermal, es war unmittelbar vor Kriegsende, wieder nach Emden wollte, d. h. ich bin damals nur bis Uphusen gekommen, denn Emden war inzwischen Sperrgebiet (Festung) geworden, fuhr ich die Strecke Aurich – Ochtelbur – Riepe - Emden. In Ochtelbur waren inzwischen Panzersperren über die Straße gebaut, die ich allerdings seitlich durch den Graben umgehen konnte. Auf der Weiterfahrt durch den Sandkasten bot sich mir ein ganz unerfreuliches Bild. Wohl 50 Kinder (12-14jährig) kamen mir auf den Schultern tragend mit Panzerfäusten entgegen, welche vermutlich die feindlichen Panzer, die inzwischen schon bis in die Nähe Leers vorgerückt waren, durch den Abschuss der Panzerfäuste vernichten oder aufhalten sollten.

 
  

Bericht des Georg Wagner, Marine-Festungs-Batillon 367 zum Kriegsende in Ostfriesland, bearbeitet von Dietrich Janßen, 2004

Anfang Dezember 1944 kam Georg Wagner nach Emden, wo das Marine‑Festungs‑Bataillon 367 stationiert war. Es war untergebracht in einem Barackenlager hinter einem Kasernenkomplex an der Auricher Straße im sogenannten "Wilden Lande". Etwa 200 m von dem Barackenlager entfernt befanden sich mitten im Feld die Bunker der Flakbatterie "Tholenswehr". Ein großer Luftschutzbunker im nahen Kasernenbereich diente als Schutz gegen etwaige Fliegerangriffe. Emden bot damals einen tristen Anblick, war doch die Altstadt am 6. September 1944 durch einen Bombenangriff völlig in Schutt und Asche gelegt worden.

 
  Stand: 2013-06-13 
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