in Emden 
    
  

Emder Straßennamen im Wandel der Zeiten, Dietrich Janßen, 2011, Juni 2012, 2017

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die im NS-Staat neu benannten Straßen und auch weitere Straßennamen, die in irgendwelchem kriegerischen Zusammenhang standen, auch wenn diese aus der wilhelminischen Zeit vor 1918 stammten, geändert. In diesen Zusammenhang möchte ich besonders an den Studienrat Walther Voigt erinnern, der sich in den 60er-Jahren mit der Erforschung der Emder Straßennamen und deren Bedeutung beschäftigt hat. Im Stadtarchiv Emden befinden sich eine Vielzahl von Karteikarten mit seinen akribisch ausgearbeiteten Straßennamen und deren erste Erwähnung bzw. Widmung.

 
 Gieselmanns un de Fleegeralarm und Oma Grotelüschen un de Emsmüürstraatbunker  Zwei plattdeutsche Erzählungen von Karl de Haan, 26725 Emden, mit hochdeutscher Übersetzung von Chris. G. Dallinga, 26721 Emden, 2010 
 

Auszüge aus Briefe von Hans Brennecke aus Emden 1942 - 1944, Hans-Jürgen Brennecke, 2009

Hans Brennecke wurde 1942  als LS-Offizier beim Kommando der Schutzpolizei Emden, "Gasthaus-Neubau" hinter dem Emder Rathaus an der Kleinen Brückstraße, eingesetzt. Aus seinen Briefen, die uns der Sohn zur Verfügung gestellt hat, gehen Einzelheiten des Bombenkrieges in der Zeit von 1942 - 1944 hervor. In einem der Briefe wird u.a. erwähnt, dass im Oktober 1942 der Film "Ich kenne eine friesische Stadt" z.Zt. gedreht wird. Dieser Film konnte bisher nicht aufgefunden werden.

 
  Auf der Suche nach der Vergangenheit, Gisela Koehler, NL 7001 DJ Doetinchem, 2008
Mein ältester Bruder Hans-Jürgen war zu der Zeit (1940) schon Soldat, mein Bruder Kurt in der Lehre in Hanau. Im Juli 1940 war mein Bruder Günther im Urlaub bei uns; erlernte damals beim Volkswagenwerk. Am Abend vor dem ersten Bombenangriff auf Emden wurde meine Mutter unruhig und packte uns jüngeren vier Geschwister in einen kleinen Raum unterhalb der Treppe. Mein Bruder Günther Meentzen schlief im Obergeschoss. In der Nacht sieht meine Mutter die vielsagenden „Tannenbäume“ am Himmel; sie weckt Günther Meentzen und drängt ihn, nach unten zu gehen.
 
 

Erinnerungen an Walter Barghoorn 1942 / 1943, Erna Frank, 2006

Am 15. April 1942 wurde Walter Barghoorn, ein Jahr nach Beginn der Färberlehre, zum aktiven Wehrdienst (Grundausbildung) bzw. zum Einsatz im Heimatkriegsgebiet eingezogen. Danach nahm er – laut Wehrpass - bis zum 24. November am „Einsatz im Operationsgebiet der Ostfront“ teil. Nach einem kurzen Urlaub ging es dann in Richtung Süden, nach Italien.  Am 13. Juli 1943 begann - laut Wehrpass - für ihn der Einsatz im „Operationsgebiet Sizilien“. Nur wenige Tage vorher, am 10. Juli 1943, waren alliierte Truppen an der Südostküste von Sizilien gelandet. Es kam zu heftigen Kämpfen bei Catania, bei denen Walter Barghoorn am 17. Juli 1943 fiel.

 
 

Familie Kuntze, Emden, Rosemarie Hambach, 2005

1945 kam ich als Vollwaise zurück nach Emden, nachdem ich 2 ½ Jahre im Städtischen Krankenhaus Arnstadt in Thüringen verbracht hatte. Als meine Mutter 1943 im Alter von 26 Jahre verstarb, musste mein Vater für mich eine sichere Unterkunft finden, denn ein Aufenthalt in Berlin (meine Mutter war Berlinerin) und in Emden bei den Großeltern erschien ihm zu gefährlich. Aus den Erzählungen meiner Großeltern, die in der Schweckendieckstraße 14 wohnten, dass meinem Vater für diese schwere Aufgabe nicht viel Zeit blieb, da der Fronturlaub nur knapp bemessen war. Am 4. März 1944 fiel mein Vater (28 Jahre) als Hauptmann der Reserve in Russland.

 
 

Unteroffizier Habbo Petersen, NJG 1, 1. Gruppe, 3. Staffel, bearbeitet von Marten Klose, 2003, überarbeitet 2004-08-19

Der Emder Habbo Petersen wurde am 14.05.1924 in Emden geboren. Petersen war begeisterter Segelflieger und legte die A, B und C- Prüfung ab. Zusammen mit anderen Emder Jungen war er in der Flieger-HJ. Ende 1942 wurde er zum Nacht-Jagd-Geschwader 1 nach Venlo eingezogen. Dort war er Waffenwart des Hauptmanns und Ritterkreuzträgers Manfred Meurer. Später wurde er zur Fallschirmtruppe versetzt und verteidigte bei Kriegsende den Führerbunker in Berlin. Petersen verstarb am 24.12.2010.

 

Willi Scheiwe, Schütze im Grenadier-Ersatz-Bataillon 209, Marten Klose, Emden, 2004

Willi Scheiwe wurde am 29.06.1926 in Emden geboren. Im Februar 1944 wurde er zur deutschen Wehrmacht nach Dänemark eingezogen. Nach seiner Ausbildung kam er im Januar 1945 nach Ungarn. Beim Wasserholen traf ihn ein sowjetischer Granatsplitter und durchbohrte seinen Schenkel. Nach einem Lazarettaufenthalt in Hubertusburg wurde er im Oktober 1945 entlassen.

 

„Der Psycho-Terror der Nazis war nicht zu überbieten“, Elfriede Limbach, 2005

Die 85-jährige Elfriede Limbach, geb. Neemann, Am Heuzwinger 10, Tochter des sozialdemokratischen Emder Senators Hermann Neemann, geht in Gedanken in jene Zeit zurück, die das Ende des Zusammenlebens mit jüdischen Mitbürgern einleitete. Sie arbeitete damals als junges Lehrmädchen in einem großen Emder Kaufhaus in der Straße Zwischen beiden Sielen, das der Jude Jacob Valk führte. Der Bericht stammt aus dem Wochenmagazin der Emder Zeitung vom 5. November 2005. Hier aufgenommen mit Genehmigung der Emder Zeitung.

 
  Stand: 2013-05-21 
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